Klartext


Ausschreibungsspam
Juli 26, 2006, 1:46
Gespeichert unter: Klartext

Der Wahn geht um. Viel hilft viel und je mehr Angebote eingehen, desto besser. In diesem Sinne nutzen vielen Marketeers zwischenzeitlich die diversen Ausschreibungsplattformen, die es erlauben, mit wenigen Eingaben eine wahre Flut an Angeboten und Agenturvorstellungen einzufahren. Masse macht´s, kann man sich prima beim Vorgesetzten profilieren und muss nicht mit den Schwätzern aus den Agenturen reden. Deshalb auch immer schön die Sekretärin in den Absender und „bitte nur per eMail Kontaktaufnahme“ drunter gesetzt.

Ich zweifle zwischenzeitlich schon länger die professionelle Einstellung zu ihrem Tun bei einigen dieser Ausschreiber an. Auf Nachfrage, weshalb man den Auftrag nicht erhalten, beziehungsweise nie wieder etwas gehört hat, bekommt man dann zur Antwort, dass es letztlich doch der Stammtischbruder oder die Agentur um die Ecke bekommen hat. Erfreulich diese Ehrlichkeit, ärgerlich die Zeit, die man mal wieder verloren hat.

Ich freue mich immer noch am meisten, wenn mich ein potentieller Kunde anruft, weil er sich die Mühe gemacht hat, im Internet zu recherchieren und dabei auf unsere Webseite gestossen ist. Dass der Auftrag dann doch an einen Billiganbieter am Küchentisch geht, lässt sich heute leider nicht mehr verhindern.


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